FAQ zum bargeldlosen Zahlen
Bargeld im Geldbeutel zu haben, ist für viele selbstverständlich. In Deutschland ist Bargeld nämlich noch immer das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Aber gleichzeitig steigen immer mehr Leute auf das bargeldlose Zahlen um. Die Deutsche Bundesbank analysiert regelmäßig das Zahlungsverhalten der Deutschen. Die aktuellste Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass im Alltag gut die Hälfte aller Bezahlvorgänge mit Bargeld getätigt wird.
Die Nutzung unbarer Zahlverfahren liegt bei 49 Prozent und stieg damit im Vergleich zur vorhergehenden Studie im Jahr 2021 um sieben Prozent. Den größten Zuwachs verzeichneten dabei die mobilen Bezahlmethoden.
Aber wie funktioniert das bargeldlose Zahlen eigentlich? Welche Vor- und Nachteile hat es? Wann werden Gebühren fällig?
Wir beantworten die FAQ rund ums bargeldlose Zahlen!:
Inhalt
- 1 Warum ist Bargeld so beliebt?
- 2 Welche Vor- und Nachteile hat das bargeldlose Zahlen?
- 3 Wie läuft eine bargeldlose Zahlung ab?
- 4 Welche Gebühren werden beim bargeldlosen Zahlen fällig?
- 5 Welches Limit gilt bei Kartenzahlungen?
- 6 Wie viele kontaktlose Bezahlvorgänge sind ohne Eingabe einer PIN möglich?
- 7 Was bedeutet es, wenn bei einer Kartenzahlung der Code 51 erscheint?
Warum ist Bargeld so beliebt?
Bargeld hat viele Vorteile. So erklärt die Europäische Zentralbank (EZB), dass es frei und unabhängig macht, weil kein Dritter beteiligt werden muss und weder Strom noch Internet erforderlich sind.
Als gesetzliches Zahlungsmittel darf Bargeld in Geschäften, Restaurants und an anderen Stellen nicht abgelehnt werden. Es sei denn, es wurde zuvor ausdrücklich eine andere Zahlungsmethode vereinbart.
Außerdem weist die EZB darauf hin, dass Bargeld die Privatsphäre schützt und als schnelles und sicheres Zahlungsmittel von jedem genutzt werden kann. Auch um Werte aufzubewahren, ist Bargeld geeignet. Und nicht zuletzt hilft es, einen besseren Überblick über die Ausgaben zu behalten.
Studien haben gezeigt, dass Menschen mehr Geld ausgeben, wenn sie bargeldlos bezahlen.
Obwohl das bargeldlose Bezahlen in Deutschland immer beliebter wird und regelmäßig davon die Rede ist, dass das Bargeld abgeschafft werden soll, werden uns Scheine und Münzen sicher noch eine ganze Weile erhalten bleiben.
Auch die EU-Kommission weiß, welche Rolle Bargeld nach wie vor im alltäglichen Leben spielt. Aus diesem Grund will sie einerseits den Euro als Bargeld stärken und andererseits mit einem digitalen Euro eine Alternative schaffen.
Welche Vor- und Nachteile hat das bargeldlose Zahlen?
Bei den meisten von uns hat sich das bargeldlose Zahlen irgendwann einfach so in die Gewohnheiten eingeschlichen.
Tatsächlich bietet es aber auch einige Pluspunkte. So sparen wir uns den Gang zum Geldautomaten und an der Kasse geht es schneller, weil wir weder nach dem passenden Betrag suchen noch auf das Rückgeld warten müssen.
Außerdem ist das Risiko eines Diebstahls geringer. Praktisch ist auch, dass das Bezahlen im Ausland günstiger ist, weil der Umtauschkurs meist besser ist als beim Wechseln von Bargeld.
Zusätzlich ist die Haftung bei einem Missbrauch auf 50 Euro begrenzt, sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt.
Allerdings stehen den Vorteilen auch Nachteile gegenüber. Dazu gehört, dass das bargeldlose Zahlen eher zu Spontankäufen verleitet und es schwerer ist, den Überblick über die Ausgaben zu behalten, wenn die Abrechnungen zeitversetzt erfolgen.
Hinzu kommt, dass wir die Geheimzahl oder das Passwort parat haben müssen.
Beim mobilen Bezahlen besteht zusätzlich das Risiko, dass Kriminelle unser Endgerät manipulieren oder unsere Daten abfangen und diese missbräuchlich nutzen.
Wie läuft eine bargeldlose Zahlung ab?
Um bargeldlos zu bezahlen, gibt es mehrere Möglichkeiten. So können wir die Girokarte, die Kreditkarte, das Smartphone oder die Smartwatch verwenden. Eine Bankkarte stecken wir in das Lesegerät und bestätigen die Zahlungen per PIN oder Unterschrift. Auf dem mobilen Endgerät muss eine entsprechende Bezahl-App installiert sein.
Verfügt die Karte oder das mobile Endgerät über einen sogenannten NFC-Chip, ist auch ein kontaktloses Zahlen möglich. NFC steht für Near Field Communication, zu Deutsch: Nahfeld-Kommunikation.
Mit dieser Funktion reicht es aus, die Karte oder das Endgerät ans Lesegerät zu halten. Zusätzlich die PIN einzugeben, ist nur notwendig, wenn der Zahlbetrag 50 Euro übersteigt.
Der Zahlungsempfänger liest die Kontodaten bei einer bargeldlosen Zahlung automatisch aus.
Je nach Zahlart wird der Rechnungsbetrag dann entweder vom Girokonto abgebucht oder das Kreditkartenkonto belastet.
Welche Gebühren werden beim bargeldlosen Zahlen fällig?
Wer auf dem Kontoauszug feststellt, dass der Händler einen Aufschlag für die bargeldlose Zahlung berechnet hat, kann sich bei der Wettbewerbszentrale beschweren.
Denn schon seit 2018 ist es nicht mehr zulässig, dass Händler Gebühren für eine Zahlung per Giro- oder Kreditkarte, Überweisung oder Lastschrift verlangen.
Lediglich für kaum verbreitete Kreditkarten kann eine Ausnahme gelten. Allerdings halten sich in der Praxis längst nicht alle Händler an diese Vorgabe.
Nicht zu unterschätzen sind außerdem die Gebühren, die einige Banken erheben. Eine Analyse ergab, dass mehr als jede dritte Bank Gebühren für Zahlungsvorgänge berechnet.
Je nach Bank, Konto und Zahlungsmethode können das bis zu 80 Cent pro Vorgang sein. Viele Geldinstitute informieren aber nicht über diese Kosten. Es lohnt sich deshalb, im Zweifel gezielt nachzufragen.
Welches Limit gilt bei Kartenzahlungen?
Soll ein höherer Betrag bargeldlos bezahlt werden, ist es unbedingt zu empfehlen, sich vorab über das Limit zu informieren. Je nach Bank variiert dieses Limit zwar, oft liegt es aber bei 1.000 Euro pro Tag.
Abhängig von der eigenen Bonität kann das Limit allerdings auch höher oder niedriger sein. Manche Bankrichtlinien sehen zudem ein Wochenlimit vor.
Das Limit für Kartenzahlungen steht in den Vertragsbedingungen. Wer eine höhere Zahlung plant, kann die Beschränkung aber in aller Regel über das Online-Banking, telefonisch oder am Bankschalter ändern, und das entweder nur für die eine Zahlung oder dauerhaft.
Wie viele kontaktlose Bezahlvorgänge sind ohne Eingabe einer PIN möglich?
Eine PIN eingeben zu müssen, mag zwar lästig sein, ist in erster Linie aber ein Schutzmechanismus. Bei Kleinbeträgen brauchen wir die PIN grundsätzlich nicht.
Dem Bundesverband Deutscher Banken zufolge verlangt allerdings das System, das im Hintergrund der Bank läuft, dass wir die Bankkarte einstecken und die PIN eintippen, wenn fünf Bezahlvorgänge stattgefunden haben oder eine Gesamtsumme von 150 Euro erreicht ist.
Ansonsten erfordert erst Beträge ab 50 Euro die Eingabe der PIN.
Was bedeutet es, wenn bei einer Kartenzahlung der Code 51 erscheint?
Taucht auf dem Zahlungsterminal der Code 51 auf, wurde die Kartenzahlung abgelehnt. Der Grund dafür ist, dass entweder das Guthaben auf dem Konto für die Zahlung nicht ausreicht oder das Kartenlimit ausgeschöpft ist.
In diesem Fall müssen wir doch wieder auf eine Zahlung mit Bargeld ausweichen, sofern das Portemonnaie dies hergibt.
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